Bäume stehen für den 1965 in Zofingen, Schweiz, geborenen visuellen Wahrnehmer Marcel Osztrowszky seit vielen Jahren im Mittelpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit.
Seit 1986, nach dem unvorhergesehenen Ende einer Sportlerkarriere im Fussball aufgrund einer Verletzung, arbeitet er vollberuflich als Fotograf.
Bäume haben ihn schon immer interessiert; aber seit seine erste Tochter im Jahr 2000 drei Tage nach ihrer Geburt wegen einer Fehlbildung der Lungen verstarb, vertiefte er sich ganz besonders in die Zusammenhänge der Mysterien von Leben und Tod, Mensch und Umwelt, Zeit und Zeitlosigkeit, Diesseits und Anderswelt.
Es sind ganz besonders die uralten Bäume, die Hüter an der Schwelle zu solcher Erkenntnis sind.
Und so begann die fotografische Arbeit mit alten Bäumen und Porträts, die Menschen dabei unterstützen soll, Brücken zu anderen Welten und zur Natur zu schlagen, um erneut zu erkennen, dass die Welt beseelt ist.
Bei seiner Suche nach alten Bäumen stiess er auf einen Schatz, der in einem der abgelegensten Grenztäler der Schweiz, im Unterengadin, darauf wartete, erneut durch Menschen gewürdigt zu werden: Der Tamangurwald bei S-Scarl - ein Bestand aus bis zu tausendjährigen Arven.
Die Bilder, die Marcel Osztrowszky anlässlich der SAM 2009 im Engadiner Museum in St. Moritz ausstellt, sind während mehrerer Fototermine kurz vor Wintereinbruch in diesem Zauberwald entstanden.
Die Arve ist ein Baum, der in der Alpenregion seit alters her in das Leben der Menschen einbezogen ist. Ihr Holz für die berühmten Arvenstuben oder für ebenfalls über Jahrzehnte duftende, traditionelle Möbel, ihre Früchte, die Arvennüsschen, als Nahrung – u. a. in der berühmten Engadiner Nusstorte – und ihre ätherischen Öle in der Naturheilkunde.
Umso passender, dass die Ausstellung im Engadiner Museums in St. Moritz gezeigt wird. Hier stehen die Impressionen der Arvenbäume den jahrhundertete alten Stuben aus Arvenholz gegenüber. Der Duft des Arvenholzes, die visuellen Eindrücke von uralten Bäumen aus dem Tamangurwald bei Tag und Nacht und eine klangliche Überraschung werden für eine einmalige Atmosphäre sorgen.
Parallel zur Ausstellung ist ein Bildband des Künstlers im Museum erhältlich, der - da in einem Arvenholzkistchen verpackt – als duftende Erinnerung die Stimmung aus dem Tamangur in die eigenen vier Wände bringt. Das dazu verwendete Holz stammt von einer Arve, die bei einem Bergrutsch entwurzelt wurde und deshalb gefällt werden musste.
Dies ein Hinweis auf die Problematik des Klimawandels und dessen Einfluss auf die Schutzwälder im Gebirge. Eine Aufforderung dazu, dass vom Menschen Schritte unternommen werden mögen, die es erlauben, auch in Zukunft jahrtausende alte Bäume bewundern zu dürfen.
Ausstellungort:
Engadiner Museum St. Moritz
Via dal Bagn 39
7500 St. Moritz
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